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Christdemokraten für das Leben
Landesverband Baden-Württemberg

 

"Die CDL steht auf der Seite des Lebens. Resigniert nicht vor den Vernichtern des Lebens!" Mit diesem leidenschaftlichen Appell forderte Claus Jäger, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und aktives Mitglied des CDL-Bundesvorstandes, alle Lebensschützer zur geistigen Gegenwehr auf. Für die Herbstveranstaltung der CDL Nordwürttemberg konnte die erste Vorsitzende Maria Wiedebach, Göppingen, den unermüdlichen Lebensschützer dazu gewinnen, über das Thema: "Wird der Mensch zur Ware? Lebensrecht und Lebenswirklichkeit" zu sprechen. "Die Aktualität der Bioethik bietet uns eine große Chance wieder gehört zu werden", so die Vorsitzende bei ihrer Begrüßung.

Claus Jäger begann sein Referat mit einem allegorischen Hinweis auf die Geschichte der Sklaverei. Er meinte: "So wie im 19. Jahrhundert der Zeitpunkt reif war, die Sklaverei zu beenden, so wird auch jener Tag kommen, an dem die westlichen Gesellschaften ihre Haltung zum Leben ändern werden!". Allein im Jahre 2002 seien in Deutschland wieder über 250 000 Föten abgetrieben worden. Bei dieser Massentötung könne man mit Recht vom "Babycaust" sprechen. "Wo bleiben hier die Demonstrationen auf unseren Straßen", fragte Claus Jäger.Mit Nachdruck wies er auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Jahr 1995 hin, in welchem explizit auf die Pflicht der Legislative hingewiesen wird, das Gesetz nachzubessern, falls die Zahlen der Abtreibungen eher ansteigen als absinken. Der Anstieg sei evident. Täglich würden nahezu 1000 Embryos getötet.

Ausführlich ging der Referent auf die Problematik der PID (Präimplantationsdiagnostik) und die PND (Pränataldiagnostik) ein. Hinter diesen beiden Vorgängen verberge sich ein Widerspruch zum Grundgesetz, denn durch PID und PND verhelfe man der Selektion sowie der Diskriminierung von Behinderten zum Durchbruch. In diesem Zusammenhang beklagte der Redner die Konjunktur von Spätabtreibungen in unserer Gesellschaft. Ärzte würden verdonnert, weil sie während der Schwangerschaft Behinderungen nicht erkannt oder nicht mitgeteilt hätten.

Ganz entschieden lehnte Jäger eine Forschung ab, die Embryonen töten müsse, um eigennützige und kommerzielle Ziele zu erreichen. "Noch gilt in Deutschland das Embryonenschutzgesetz, die "Magna Charte" des Menschen im Anfangsstadium. Aber europäische Forscher schrecken immer weniger davor zurück, Embryonen zu töten, um daraus Stammzellen zu gewinnen. Dies ist kein Segen für die Menschheit, sondern ein ethisch verwerflicher Akt, betonte der Referent. Claus Jäger wies darauf hin, dass es besser wäre, wenn die Forschung sich intensiver mit den adulten Stammzellen oder dem Nabelschnurblut befassen würde, um in der Therapie von Krankheiten vorwärts zu kommen.

Jegliches Klonen - sowohl das reproduktive als auch das therapeutische - lehnte Jäger ab, auch wenn Bundeskanzler Schröder und Justizministerin Zypries einen erneuten Vorstoß in dieser Sache wagten. Jäger zeigte sich erfreut, dass die "Schaffung von Ersatzteillagern" - nichts anderes sei das Klonen - in der deutschen Gesellschaft keine Mehrheit finde. Er zitierte eine Meinungsumfrage der CDL, nach welcher 71 % der Deutschen den Embryonenschutz für richtig halten und keine Änderung wünschen. 75 % lehnen die Vernichtung von Embryonen zum Zwecke der Forschung ab. Das Bewusstsein, dass bei der Verschmelzung von Ei und Samenzelle das menschliche Leben beginne und somit seine Personalität, war bei 76 % der Befragten vorhanden. Dies stimme die Lebensschützer optimistisch, auch könne er dem neuen Vorsitzenden der EKD, Bischof Huber, zustimmen, wenn dieser sage: "Es ist höchste Zeit, dass auch dem normalen Embryo (in utero) derselbe Schutz geboten werde wie dem künstlich erzeugten (in vitro). Das kann uns nicht gleichgültig sein". Jäger bemängelte die Rechtssituation in der Abtreibungsfrage, nach welcher das Embryo im Reagenzglas einen besseren Schutz genieße, als das im Mutterleib. Mit der paradoxen Auslegung, dass eine Abtreibung zwar rechtswidrig sei aber straflos bleibe, habe sich der Staat zum Komplizen des Tötens gemacht.

Im letzten Teil seiner Ausführungen kritisierte Jäger die Situation in der Sterbehilfe, darin seien insbesondere die Niederlande und Belgien negative Vorreiter. Er zitierte Bundespräsident Johannes Rau, wonach dieser im Mai 2001 in seiner "Berliner Rede" sagte: "Wer den Schutz des Lebens an dessen Beginn aufgibt, der wird das bald auch für das Ende des Lebens geltend machen können".

(Wilhelm Bläser, Wäschenbeuren)

 

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